Paris, 2015

Palais du Louvre, Paris

Der Louvre, welcher auf Französisch Palais du Louvre heißt, befindet sich im Herzen von Paris zwischen dem rechten Ufer der Seine und der Rue de Rivoli.

Er ist ein beeindruckender Königspalast aus längst vergangenen Zeiten. Zusammen mit dem leider zerstörten Palais des Tuileries bildete er in seiner Geschichte das Pariser Stadtschloss. Über Jahrhunderte (mit Unterbrechungen rund 800 Jahre) war der Louvre eine riesen Baustelle, denn jeder französische Herrscher scheute keine Mühen den Louvre umbauen, erweitern oder renovieren zu lassen. Man nimmt übrigens an, dass die Bezeichnung Louvre sich aus dem lateinischen luperia ableitet, was in der Übersetzung so etwas wie „Wolfsbau bedeutet. Und damit wird sozusagen auf den ursprünglichen Zweck als wehrhafte Trutzburg hingewiesen. Im 12. Jahrhundert oder genauer um 1190 wurde der Louvre unter Philipp-August als trutziger Zweckbau in Form einer kompakten Festung im Donjon-Stil zum Schutz des rechten Seineufers erbaut. Der Bau sollte um die 10 Jahre andauern und wurde ca. 1200 weitgehend fertiggestellt. Von diesem damaligen Aussehen ist der heutige Louvre jedoch weit entfernt. Zu seiner Verwandlung in ein ansehnliches Schloss gleich mehr. Zunächst ein kleiner Einschub für alle die mit dem Ausdruck Trutzburg auf Anhieb nichts anfangen können:

Notre Dame ParisTrutzburg ist ein Begriff aus dem Mittelalter, wobei Trutz die mittelhochdeutsche Form von Trotz ist und einen Akt der Gegenwehr beschreibt. Soll heißen, der Palais du Louvre war einst ein Burgtyp, dessen Bestimmung die Sicherung von Machtansprüchen verkörperte und auch widerstandsfähig sowie beständig allen Angriffen trotzte. Aber wie war nun der Weg von der einstigen Burg zum prachtvollen Schloss, wie wir es heute sehen und erleben können. Nun, in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wuchs Paris schnell und war neben der Burg durch einen weiteren inneren Mauerring geschützt. Diese Tatsache veranlasste Karl V. dazu die Burg zu einer bewohnbaren Residenz umbauen. Doch damit war es nicht getan. Franz I. ließ sogar Neubaumaßnahmen vornehmen, die 1528 mit dem Abriss des Donjon begannen. Donjon bezeichnet übrigens den Wohn- und Wehrturm einer mittelalterlichen Burg im Rahmen der französischen Kultur. Jetzt wurde die mittelalterliche Burg in ein repräsentatives Königsschloss verwandelt. Wie noch heute sehr schön zu sehen ist, wurde der ursprüngliche Grundriss der Festung, nämlich die vier Flügel um einen quadratischen Hof, beibehalten. Jedoch diente der Palast erst ab dem 16. Jahrhundert und zwar unter Heinrich II. als Hauptwohnsitz eines französischen Königs. Der selbige ließ dazu den Palast im Stil der italienischen Renaissance erweitert. Auch in den jetzt noch folgenden Jahrhunderten blieb der Louvre nicht von Bauarbeiten verschont. Die jeweiligen Herrscher ließen den Louvre nach ihren jeweiligen Bedürfnissen fleißig umgestalten und vor allem auch gewaltig erweitern. Die bis dato bestehende Begeisterung über den Palast und die fortwährenden Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen sollten jedoch im Jahre 1682 ihr trauriges Ende nehmen. Kein anderer als der heute als Sonnenkönig bekannte Ludwig XIV. verließ den Louvre und zog nach Versailles um. Damit begann der bis dahin stets mit Baumaßnamen gebeutelte Louvre zu verwahrlosen. Als die Stadt Paris das plötzlich verlassene Gebäude, es stand teilweise noch im Rohbau und hatte kein Dach, übernahm, zog als erstes die Académie française in die einstigen Königsgemächer ein.  Andere Teile des großen Gebäudes wurden von diversen Künstlern regelrecht behaust und Arbeitsraum genutzt. Daneben konnte man hier nun auch Cabarets besuchen und aber an Verkaufsstände wiederfinden, die sich in dem mehr und mehr verfallenden Gemäuer angesiedelt hatten. Eine neue Bedeutung wurde dem Palast erst mit der Revolution zu Teil. Er sollte nun das erste öffentliche Museum Frankreichs sein. Und darüber hinaus setzte die französische Nationalversammlung in einem Dekret vom 26. Mai 1791 fest, dass im Louvre bedeutende Werke aus Wissenschaft und der Kunst gesammelt werden sollten.

Das Museum wurde schließlich am 10. August 1793 eröffnet

Es wurden dafür kostbare Kunstschätze des Königs und des Adels zusammengetragen. Sehr schade ist jedoch, dass bereits vieles geplündert oder schlicht weg verkauft worden war. Und dann kam Napoleon. Er zog wieder als ein Herrscher in den Palast ein. Vollendet wurde das Bauprojekt Lovre von seinem Neffen Napoléon III. Auf ihn beruht insbesondere die Fassaden, wie wir sie weitgehend in ihrer heutigen Form sehen. Die Zeit des Louvre als beeindruckendes Zentrum weltlicher Macht sollte 1873 sein endgültiges Ende finden. Denn in diesem Jahr verließ der Präsident der Republik den Louvre um von nun an im Élysée-Palast zu regieren. Es war übrigens der heute sicherlich noch dem einen oder anderen namentlich bekannten ehemaligen Staatspräsident François Mitterrand, der in den 1980er-Jahren den Louvre einer Generalüberholung unterziehen ließ. Im Rahmen dieser Renovierungsarbeiten standen nicht vornehmlich äußere Veränderungen im Fokus sondern vielmehr wurden Ausstellungsräume umgestaltet und die meist unterirdischen Forschungseinrichtungen und Labors überholt. Noch gar nicht lange her ist ein Erweiterungsbau des Louvre, in dem wir eine ganz neue Abteilung, nämlich die für islamische Kunst mit ihren rund 2500 Exponaten finden konnten. Dieser Gebäudeteil wurde nach einem Entwurf der Architekten Mario Bellini und Rudy Ricciotti im September 2012 eröffnet. Heute befindet sich im Louvre also hauptsächlich das weltweit bekannte Museum des Louvre, ein Kunstmuseum, welches auf frz. Musée du Louvre genannt wird. Über unseren Besuch und unsere Eindrücke in Bezug auf das Museum erzählen wir Ihnen auf einer extra Seite -> Musée du Louvre gerne mehr. Im Nordflügel ist aktuell die Institution Les Arts Décoratifs mit ihren Museen das Musée des Arts Décoratifs, das Musée de la Mode et du Textile, das Musée de la Publicité und die Bibliothek des Arts Décoratifs zuhause.

Musée du Louvre

Im Folgenden lesen Sie Fakten, Informationen und persönliche Eindrücke über das Musée du Louvre.  Möchten Sie Informationen zum Louvre an sich, dann folgen Sie dem Link "Le Louvre". Ansonsten einfach weiterlesen und staunen. 2012 wurden nämlich unglaubliche 10 Millionen Besucher gezählt. Man kann es auch anders ausdrücken. Pro Tag sind das runter gerechnet 10.000 Besucher. Wahnsinn, oder? Diese Zahl macht das Museum zu einem der meistbesuchten Museen der Welt. Es umfasst rund 380.000 Werke, von denen jedoch "nur" ca. 35.000 Exponate auf einer Fläche von über 60.000 qm der Öffentlichkeit zugänglich sind. Dies macht den Louvre rein flächenmäßig betrachtet zum drittgrößten Museum der ganzen Welt. Ganz besonders erwähnenswert und wertvoll ist die Qualität der griechischen und römischen Antikensammlungen, der Abteilungen der italienischen Renaissancemalerei und der flämischen Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts und auch der französischen Malerei des 15. bis 19. Jahrhunderts. Tja, unser erster Gedanke als wir den Louvre zum ersten Mal sahen war,  der Louvre ist ja tatsächlich so verdammt groß, wie man immer und überall zu hören bekommt. Wir waren beeindruckt und überwältigt zugleich.  Kleiner Wermutstropfen, die Schlange aus Menschen aller Länder, die sich bei unserem Eintreffen bereits vor dem Haupteingang gebildet hatte, fühlte sich ebenso groß an. Okay, wir waren nicht gerade früh dran (ca. 12:30 Uhr), haben aber gehofft, dass der erste Ansturm dann schon vorüber sei. Doch wir mussten lernen, sofern man nicht schon  in Besitz einer Eintrittskarte ist, muss man schlicht weg, wie an fast jeder Sehenswürdigkeit in Paris, mit Wartezeiten rechnen und das egal um welche Uhrzeit. Beim Louvre liegt es an den Taschenkontrollen. Es ist wie am Flughafen, wir mussten unsere Taschen auf ein Fließband legen und ein Röntgengerät durchleuchteten sie dann. Aber nochmals zur Warteschlange, in der wir mit direktem Blick auf die Kunst_im_Louvrebekannte Glaspyramide und den freundlichen Hinweistafeln, man solle gut auf seine Wertsachen aufpassen, der Taschendiebe wegen, gespannt auf das Innere des Louvre warteten.  Wir geben zu, man kommt zwar relativ zügig voran, aber das war zu unserer Überraschung gar nicht die letzte Hürde, um endlich Exponate aus längst vergangenen Zeiten begutachten zu können. Man findet sich nach dem erfolgreichen Passieren der eben erwähnten flughafenähnlichen Sicherheitskontrolle erst einmal in einer großen lichtdurchfluteten Halle, die sich direkt unter der Glaspyramide befindet. Hier heißt es sich erneut an einer der Menschenschlangen vor den Kassenhäuschen einzureihen. Und wieder mussten wir uns in Geduld üben und warten, warten, warten. Es gibt Kassen, die sind persönlich besetzt aber auch Automaten an denen man sich das benötigte Eintrittsticket holen kann. Wir haben den persönlicheren Weg gewählt, da wir erstens mit Bargeld bezahlen wollten, die Automaten akzeptieren nur Kartenzahlungen und weil uns nicht verborgen geblieben war,  dass die Handhabung eben dieser Automaten nicht ganz so reibungslos, wie man es sich wünschen würde, funktionierte. Um sich im Louvre besser zu Recht zu finden, empfiehlt es sich sehr am Infostand, der sich ungefähr in der Mitte der großen Eingangshalle befindet, einen "Wegplan" abzuholen. Er ist kostenlos und in vielen Sprachen erhältlich. Und das klappt sogar ganz ohne Warterei! Mit diesem Museumsplan bewaffnet, ist man dann zumindest "theoretisch" in der Lage gezielt die Räume, Gänge und richtigen Stockwerke bestimmter Ausstellungsthemen ansteuern, die einen am meisten interessieren. "Theoretisch", da der Besucher sich mit dem Plan erst einmal anfreunden muss. Soll heißen, selbst mit Plan in der Hand kamen wir uns zeitweise wie in einem Labyrinth vor. Ständig standen wir vor der Wahl rechts oder links, halb hoch oder doch runter? Waren wir dort schon?  Oups, das kommt uns bekannt vor, hier waren wir schon einmal. Es existieren zum Teil Zwischenebenen in der Mitte von zwei Stockwerken, was die Orientierung nicht erleichterte und was uns leicht verwirrte. Wir wollten ja schließlich alles was irgendwie mit Ägypten, Sphinx, Sarkophage und Pharaonen zu tun hat sehen und dann noch die Griechen, Aphrodite und natürlich die Mona Lisa standen auch noch auf unserer "Möchten-wir-gerne-sehen-Liste". Zugegeben, wir haben einige ungewollte Umweg genommen, gerade, weil wir uns zum ersten Mal im Louvre befanden, haben dann aber letztendlich doch den Raum mit dem wohl eines der bekanntesten Gemälde von Leonardo Da Vinci - die  Mona Lisa oder auch "La Jaconde"/"La Gioconda", wie sie achtungsvoll von den Franzosen bzw. den Italienern genannt wird - gefunden. Und wie sollte es auch anders sein. Auch hier hatte sich eine Menschentraube gebildet und wer das berühmte und im Vergleich zu einer Vielzahl anderer im Louvre ausgestellter Gemälde sehr klein wirkende Bild (es ist gerade mal 77 x 53 cm groß) hinter der schützenden Glasscheibe von nahen betrachten wollte, wir meinen also ohne fotografierend hochgehaltene Arme und einer Horde Hinterköpfe, musste sich wieder an eine Reihe von wartenden Menschen anstellen und sich in Geduld üben. Wir haben die Sicht von weitem bevorzugt und sind dann weitergezogen. Schließlich gibt es im Louvre auch jeder Menge andere bekannte schöne Exponate zu betrachten, dachten wir uns. Nach ca. vierstündigem Marathon hatten wir für uns alles gesehen, was uns interessierte und suchen hungrig den Ausgang. Auch das war gar nicht so einfach, trotz Plan in der Hand, den Hinweistafeln an den Wänden und dem Museumssicherheitspersonal, das jedem Besucher gerne und freundlich weiterhilft. Überraschend war für uns, dass Ausgang nicht "man steht vor der Tür" bedeutet, sondern dass man zwar aus den Museumsräumen heraustritt, aber dann zwangsläufig in weitere mehr oder weniger große Hallen kommt. In denen befinden sich zunächst Schnellrestaurants, Mc Donalds inbegriffen, Imbisse, Cafe´s und Snackbars (die wissen wohl genau, dass so ein mehrstündiger Museumsbesuch hungrig macht - ein Schelm, wer böses denkt) und etwas weiter (nachdem man dann hoffentlich gut gestärkt ist) sind eine Reihe von Läden, unter anderem auch teure Designerstores, im Louvre platziert. Erst wenn man all den süßen, leckeren und zum Teil  kostspieligen Versuchungen erfolgreich oder auch weniger erfolgreich überstanden hat, gelangt man relativ unspektakulär ins Freie. Hier mussten wir uns erst einmal orientieren, an welchem Ende des Louvre wir nun gelandet waren, da der Ausgang nicht gleich da, wo sich der (Haupt-) Eingang befindet war.

Adresse:

Musée du Louvre
75058 Paris
Frankreich
-> (1. Arrondissement)
Métro: Palais-Royal Musée du Louvre (lines 1 and 7)
Tel.: +33 (0)1 40 20 53 17

Besucherzeiten:

Der Besuch des Louvre ist am Montag, Donnerstag, Samstag und Sonntag von 9-18:30 Uhr sowie am Mittwoch und Freitag von von 9-21:45 Uhr möglich. Am Dienstag ist das Museum geschlossen.
Die Schließung der Säle beginnt 30 Minuten vor Schließung.
Achtung: Keine Spätöffnung an den Feiertagen, d.h. am 8. Mai, 14. Mai, 24. Mai, 25. Mai, 15. August, 1. November und 11. November 2015 schließt das Museum bereits um 18 Uhr.
Am 1. Mai, 14. Juli und 25. Dezember 2015 ist das Museum geschlossen.
Der Ticketverkauf endet um 17:15 Uhr und mittwochs bzw. freitags um 21:15 Uhr.

Preise:

Die Eintrittskarte ist den ganzen Tag über gültig.
Ticket für die Sammlungen des Museums: EUR 12
Ticket für vorübergehenden Ausstellungen in der "Hall Napoléon": EUR 13
Kombiticket für die Sammlungen des Museums und die vorübergehenden Ausstellungen: EUR 16
Am Freitagabend von 18 bis 21:45 Uhr  ist der Eintritt für die Sammlung des Museums für Personen unter 26 Jahren unabhängig von der Nationalität (gegen Vorlage eines Ausweises) kostenfrei.
Von Oktober bis März ist der Museumseintritt für die Sammlung des Museums an jedem ersten Sonntag im Monat kostenfrei, ausgenommen sind vorübergehende Ausstellungen.

Kostenfrei ist der Eintritt für folgende Personen:
- Besucher unter 18 Jahren
- 18 bis 25 Jahre alte Bewohner des Europäischen Wirtschaftsraums (EU, Island, Norwegen und Liechtenstein)
- Lehrer für Kunst, Kunstgeschichte, und die angewandte Kunst
- Inhaber einer gültigen "Pass Education" Karte (Primär- und Sekundarschullehrer an französischen öffentlichen Schulen und Privatschulen erhalten staatliche Subventionen)
- Künstler, die in der Maison des Artistes (Frankreich) oder der AIAP (Association Internationale des Arts Plastiques) angehören
- Arbeitslose und Besucher, die Leistungen erhalten (der Nachweis der Berechtigung muss innerhalb der letzten sechs Monate datiert sein)
- Behinderte Besucher und ihre Helfer
Akzeptierte Zahlungsarten:
Die Museumskassen akzeptieren Barzahlung (nur in Euro) oder Zahlung mit Karte. Die Ticketautomaten akzeptieren nur Bankkarten.

Sonstiges:

Als kostenfreien Service bietet das Museum:
- eine Garderobe,
- Gepäckaufbewahrung
- Rollstuhlverleih
- Kinderwagenverleih
- Babytragetaschenverleih
- Fundbüro
- Besucherflyer

Sicherheitshinweise:

Es können Taschendiebe im Museum sein.
Sie arbeiten in überfüllten Räumen, während Sie sich Exponate ansehen oder auf der Suchen nach bestimmten Kunstwerken sind.
Daher beachten Sie bitte folgende Regeln:
• Halten Sie Taschen geschlossen und vor Ihrem Körper
•Zeigen Sie nicht Ihr Geld
• Teilen Sie Ihr Geld und bewahren es in verschiedenen Innentaschen oder in verschiedenen Fächern Ihrer Tasche auf
• Stecken Sie Ihren Geldbeutel nicht in die hintere Hosentasche
• Folgen Sie nicht der Unterstützung von Unbekannten an Fahrkartenautomaten
• Achten Sie während des Fotografierens auf Ihre Taschen
• Bei Problemen kontaktieren Sie zur Unterstützung einen Sicherheitsbeauftragten

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