Le Cimetière du Père-Lachaise , Paris

Notre Dame ParisBenannt ist der Friedhof nach Pater François d’Aix de Lachaise. Dieser Geistliche war der persönliche Beichtvater des sogenannten Sonnenkönigs Ludwig XIV. und verfügte damit über einen starken Einfluss auf den absolutistisch herrschenden Monarchen. Auf den Gärten eben dieses Paters ist der Friedhof errichtet worden. Die aller erste Beerdigung auf dem Père-Lachaise fand übrigens am 21. Mai 1804 statt und war die eines im zarten Alter von fünf Jahren viel zu früh verstorbenen Mädchens.
Sich hier sein Grab zu leisten ist eine teure Angelegenheit. Ein Dauergrab, eine sogenannte "Concession à perpétuité" kostete im Jahre 2012 auf Père-Lachaise beachtliche 13.430 Euro. Doch es geht auch günstiger, wenn man sich nämlich für Konzessionen von 50, 30 oder gar nur 10 Jahren entscheidet. Ein sicherlich schöner Aspekt sich hier bestatten zu lassen ist, dass die Gestaltung der Grabmonumente keinerlei Regelungen unterliegt. Viele Berühmtheiten z.B. Musiker, Schauspieler, Schriftsteller und Widerstandskämpfer haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden, u.a. liegen hier Frédéric Chopin, Oscar Wilde, Henri Barbusse, Eileen Gray, Jim Morrison, Joseph-Ignace Guillotin, Ludwig Börne, Maria Callas, Jacques-Joseph Moreau, Édouard Daladier, Léon Jouhaux, Richard Nathaniel Wright, Jean de La Fontaine, Sully Prudhomme und Edith Piaf begraben.

Sehr richtig erkannt, es handelt sich - wie das Wörtchen Cimetière bereits verrät - um einen Friedhof.

Genauergenommen aber um den größten Friedhof von ganz Paris. Auf den einen oder anderen wird es möglicherweise etwas ungewöhnlich, um nicht zu sagen, makaber wirken, dass es sich hierbei um eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten von Paris handelt. Um eine Zahl zu nennen, jährlich kommen rund 2 Millionen Besucher an diesen Ort der letzten Ruhe. Auch für uns war dieser Ausflug zunächst gewöhnungsbedürftig, vor allem als wir durch das große Tor des Haupteingangs stiefelten. Gleich hier wurden wir schon direkt mit den, sich an irgendeine jedoch für uns verborgene Ordnung haltenden, dennoch aber doch aneinandergereihten, meist sichtlich gealterten Gräbern, Mausoleen und altertümlichen Gruften konfrontiert. Père-Lachaise sah so ganz und gar nicht wie die uns bekannten, gewöhnlichen Friedhöfe in Deutschland aus. Er hat im Vergleich dazu einen deutlich höheren Gruselfaktor und dabei waren wir doch bei strahlendem Sonnenschein an diesem geheimnisvollen Ort. Doch auch das fast unheimliche Spiel von Licht und Schatten, hervorgerufen durch all die kleinen Häuschen, die hohen Gräber, vielen Bäume und Hecken in Verbindung mit der auffallenden Stille - man bedenke, dass wir uns mitten in Paris befinden - schaffen eine ganz besondere und zugleich eigenartige Atmosphäre. Wir möchten nur kurz daran denken, wie es sich wohl anfühlt, an diesem Ort mit Einbruch der Dunkelheit im herbstlichen Nebel zu verweilen. Abgelenkt, von den sich bei uns einstellenden schaurigen Gedanken, wurden wir jedoch durch eine Schar weiterer Besucher. Die hatten sich neugierig vor einer Schautafel versammelt. Bei dieser Tafel handelt es sich um einen Lageplan, der den Besucher veranschaulicht, wo er welche Gräber welcher mehr oder weniger berühmten Persönlichkeiten auf dem riesigen Gelände finden kann. Schon nach wenigen Metern, die wir in den Friedhof hineinliefen, begannen wir den Lageplan sehr zu schätzen. Zum Glück hatten wir ihn vorsorglich - sichtlich angesteckt von der Menschentraube um uns herum - die gleiches tat, abfotografiert. Es ist gar nicht so einfach sich, auf der Suche nach einer bestimmten Grabstätte, zielstrebig durch die vielen breiten Straßen, kleinen Wege, Reihen und Divisionen dieses wirklich außergewöhnlichen Friedhofs zu bewegen. Immerhin reden wir von einer Friedhofsgesamtfläche, die ungefähr 67 Fußballfeldern entspricht. Und wer es nun ganz genau wissen will: Sie misst stolze 43,93 Hektar. Man findet hier ca. 77.000 gekaufte Grabstätten. Da kann man sich schon mal verlaufen.

Kleiner Tipp:

 

Paris, 2017

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Besucherzeiten:

Der Besuch des Friedhofs ist

im November bis Mitte März von
Montag-Freitag von 8-17:30 Uhr,
Samstag von 8:30-17:30 Uhr und an
Sonn- und Feiertagen von 9-17:30 Uhr

sowie von Mitte März bis Oktober von
Montag-Freitag von 8-18 Uhr,
Samstag von 8:30-17:30 Uhr und an
Sonn- und Feiertagen von 9-17:30 Uhr
möglich.

Bitte beachten Sie, dass 15 Minuten vor Schließung der letzte Einlass ist.
 

Preise:

Der Eintritt ist kostenfrei-

Adresse:

16, Rue du Repos

75020 Paris
Frankreich
-> (14. Arrondissement)

Am Ende unseres ungewöhnlichen und länger als gedacht andauernden Ausflugs, haben wir nichts bereut. Es war äußerst interessant und zugleich sehenswert, diese erste als Parkfriedhof angelegte Begräbnisstelle auf der ganzen Welt zu besuchen. Das Ausmaß, die Atmosphäre und der Kulturfaktor von Père-Lachaise, von manchen wird er sogar als Kultfriedhof bezeichnet, haben alle unsere anfänglichen Bedenken passender Weise begraben. Die zahlreichen Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte alten Familiengrabstätten, die teils vom Alter gezeichneten Grabmonumente, die hübschen kleinen Grab-Kapellen und unzähligen liebevoll individuell gestalteten Grabsteine sowie teils gotischen Gräber haben bei uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Zu diesem Friedhof existiert sogar eine App. Schade, dass sie kostenpflichtig ist. Wir haben sie bei unserem Besuch auf dem Friedhof Père-Lachaise nicht getestet, daher möchten wir auch keine Empfehlung abgeben, ob sich ein Download lohnt. Falls sie dennoch interessiert sind, dann geben Sie doch einfach mal "le père lachaise" in Ihrem App Store ein.

Nun etwas zur Geschichte des Friedhofs.

Ziehen Sie sich festes Schuhwerk an, die Hauptwege sind mit großen, unförmigen, aber mit dem zum Friedhofsambiente, wie wir finden, sehr harmonisch passenden Steinen, gepflastert und in Folge dessen auch oft sehr uneben. Bringen Sie sich genug Zeit und eventuell auch etwas Wasser zum trinken mit. Die schnell unterschätzte Größe des Friedhofs und auch seine Lage am Hang gepaart mit den bereits erwähnten unebenen Wegen lässt die Zeit nur so verfliegen.

Und noch was Interessantes:

Louvre

Champs-Elysées

Notre-Dame de Paris

Die Basilika Sacré-Coeur

Schloss Versailles