Paris, 2015

Schloss Versailles

Der Spiegelsaal im Schloss Versailles

Der Spiegelsaal im Schloss Versailles

Château de Versailles

In den folgenden Zeilen möchten wir Sie sehr gerne mit interessanten Informationen über das märchenhafte Schloss Versailles versorgen. Vielleicht planen Sie gerade eine Städtereise nach Paris und sind dabei sich mit den zahlreichen Sehenswürdigkeiten der „Stadt der Liebe auseinanderzusetzen. Irgendwann stehen Sie dann sicher – wie es bei uns auch der Fall gewesen ist – vor der Frage, ob das Schloss Versailles mit in die persönliche Reiseplanung aufgenommen werden sollte oder ebenen nicht. Eine Frage die berechtigt ist, da das Schloss Versailles (in der gleichnamigen Nachbarstadt von Paris) in Versailles an der Place dArmes liegt und diese sich immerhin 21 Kilometer südwestlich von Paris befindet. Vom Gare Montparnasse (Boulevard Vaugirard 17) fahren übrigens regelmäßig Regionalzüge nach Versailles. Allerdings ist auch eine Anreise mit dem Auto möglich. Parkplätze (kostenpflichtig) sind direkt vor dem Schloss vorhanden.

Zurück zur Frage Versailles ja oder nein? Unsere persönliche Meinung lautet ganz klar: Ja, unbedingt!

Der Palast ist ein Traum, der Garten schier grenzenlos und das Ambiente der gesamten Anlage wirklich eine Reise wert. Wir haben dafür im Anschluss an unseren viertägigen Aufenthalt im Pariser Stadtzentrum extra eine zusätzliche Nacht, in einem anderen näher an Versailles liegenden Hotel, gebucht. Einen Tag sollte man mindestens für Versailles einplanen. Wer es eher gemütlich angehen möchte und neben dem Schlossinneren auch die riesige Parkanlage sowie die Stadt Versailles erkunden möchte, dem empfehlen wir zwei bis drei Tage an diesem Ort zu verweilen. Wie lange Ihre Tour durch das Hauptschloss via Audioguide dauert, können Sie selbst beeinflussen. Je nachdem wie oft Sie auf Pause drücken, etwas zweimal anhören oder aber auch bewusst Infos überspringen bzw. wie lange sie sich in den einzelnen Räumen aufhalten oder Zeit zum Fotografieren benötigen kann die Dauer Ihres Aufenthaltes im Schloss erheblich variieren. Wir finden Sie sollten mindestens 3 Stunden für das Hauptgebäude einplanen. Im Schlossgarten kann man locker einen halben Tag verbringen. Auch die Innenstadt von Versailles ist sehenswürdig und auf jeden Fall mit in den Zeitplan einzubeziehen.

Als wir erfolgreich an den zahlreichen auf Touristen ausgerichteten Versailler Cafés und Restaurants vorbeigeschländert sind, wurden wir ganz am Ende der Fußgängerzone auf ein kleines uriges und typisch französisches Lokal aufmerksam. Wir haben uns entschieden hier einen Mittagssnak zu uns zu nehmen und wurden sehr angenehm überrascht. Wir waren die einzigen ausländischen Gäste mitten unter einer Vielzahl an Franzosen, die hier ihre Mittagspause verbrachten. Wir aßen für einen akzeptablen Preis Omelette mit Schinken, Champignons etc. und waren sehr zufrieden. Sogar die Toiletten waren ein kleines Highlight im positiven Sinne. Sehr klein aber neu, mit blauer LED-Beleuchtung ausgestattet und vor allem überraschend einladend für französische Verhältnisse. Von der netten Bedienung bekamen wir sogar noch den wichtigen Tipp, die Eintrittskarten für das Versailler Schloss im Touristenbüro gegenüber vom Bahnhof zu kaufen. Dieser Tipp hatte sich später auch wirklich als goldwert herausgestellt, denn aus dem Touristenbüro konnten wir doch tatsächlich nach nicht einmal 5 Minuten mit unseren Eintrittstickets für das Schloss in der Hand wieder heraus stiefeln. Bei dem Tickethäuschen direkt am Schloss, war die Schlange an wartenden Menschen so lang gewesen, dass wir sicher mehr als 30 Minuten hätten warten müssen. Und zu unserer Freude kam noch hinzu, dass sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Touristenbüros eine bekannte Fastfoodkette (die mit dem großen M) angesiedelt hat, die uns in den Genuss eines Kaffes „to to zu einem akzeptablen Preis brachte.

Tipp: Die Eintrittskarten für das Versailler Schloss nicht in den Tickethäuschen direkt am Schloss, sondern im Touristenbüro (gegenüber Bahnhof) in der Stadt Versailles kaufen. Das spart Zeit.

Gestärkt, gespannt und neugierig waren wir und nun könnte einer gemütlichen Schlossbesichtigung nichts mehr im Weg stehen.
Bereits der Weg vom besagten Touristenbüro auf das Schloss zu ist beeindruckend. Schon von weitem sieht das Schloss riesig aus und je näher wir ihm gekommen sind, desto größer erschien es uns und desto sprachloser wurden wir. Insbesondere als wir realisierten, dass ein Teil des Daches wirklich vergoldet ist. Der Innenhof hinter dem hohen gusseisernen Zaun mit großem Tor läd zum Staunen ein. Voll Spannung fragten wir uns schon jetzt, was uns wohl im Inneren des Schlosses alles erwarten würde. Voller Vorfreude machten wir uns also auf, um die Räumlichkeiten des Schlosses zu erkunden.

 

Der Gemäldesaal im Schloss Versailles

Bildersaal_Schloss_Versailles

Nun kurz ein paar Fakten zum Schloss:

Verantwortliche Personen für den Bau und die Architektur:
Die zunächst von Philibert Le Roy als Jagdschloss für König Ludwig XIII. errichtete Anlage, wurde ab 1661 unter Ludwig XIV. durch Louis Le Vau, François dOrbay, Jules Hardouin-Mansart und Robert de Cotte in mehreren Abschnitten umgebaut sowie erweitert. Die Innenausstattung schuf Charles Lebrun, die Gartenanlagen stammen von André Le Nôtre.

Nutzung der Anlage:
Ursprünglich diente Versailles als Jagtschloss, danach als Lustschloss und Sommersitz, anschließend als Residenz und dann als Regierungssitz. Seit dem 19. Jahrhundert bis heute wird das Schloss als Museum genutzt. In seiner Zeit als Residenz wurde das Schloss fast ununterbrochen von einem Hofstaat bewohnt, der mehrere Tausend Personen umfasste. Zudem war der Palast das kulturelle und politische Zentrum Frankreichs.

Ausmaße und Zahlen bzgl. des Versailler Schlosses:
Im Jahre 1789 umfasste das Schloss 288 Wohnungen, 1.252 heizbare Räume, 600 Räume ohne Kamin sowie weitere 152 von der königlichen Familie bewohnte Zimmer. Alles in allem sprechen wir hierbei über eine Gesamtfläche von 51 000 qm. Zur besseren Vorstellung, das sind ca. 7 Fußballfelder. Das Prunkstück im Inneren ist der weltweit berühmte Spiegelsaal. Stolze 73 Meter misst er in seiner Länge. In ihm hängen 357 Spiegel, die das Licht von Kerzen und Kronleuchtern vervielfachen und den Glanz des mit 250 000 Goldblättern verkleideten Saales ins Unendliche spiegeln. Wissenswertes hierzu: Der Spiegelsaal wurde Jahrhunderte nach seiner Konzeption zum Schauplatz der größten Demütigung, die Frankreich je erfuhr. Und zwar wurde der preußische König Wilhelm I. hier im Jahre 1871 zum Kaiser des Deutschen Reiches gekrönt. Im riesigen Barock-Park stehen übrigens ca. 75 000 Bäume.

Stilrichtung des Schlosses:
Das Äußere des Schlosses ist in zwei verschiedenen Stilformen gehalten.
Die Stadtfassaden des Schlosses folgen dem älteren Stil des ursprünglichen Jagdschlosses rund um den Marmorhof und entsprechen damit dem frühen französischen Barock. Sie bestehen aus roten Ziegelsteinen, die durch Sandsteinelemente gegliedert sind. Die Baukörper tragen sichtbare Mansarddächer (Dachform, bei der die Dachflächen im unteren Bereich abgeknickt sind, so dass die untere Dachfläche über eine wesentlich steilere Neigung verfügt als die obere). Die Gartenfassaden des Schlosses gehen auf die Vorgabe von Le Vaus Ummantelung zurück und sind damit im Stil des für Frankreich typischen klassizistischen Barocks gestaltet.

Versailles – ein Vorbild für andere Bauwerke:
Für den Bau zahlreicher Schlösser sowie Residenzen des 17. und 18. Jahrhunderts war das Versailler Schloss samt Park und der Stadt Versaille ein Vorbild. Beispiele sind unter anderem:
Schloss Schleißheim
Palast von Caserta
Schloss Schönbrunn
Würzburger Residenz
Schloss Ludwigslust
Residenzschloss Arolsen
Schloss Esterházy (Fertőd)

 

Soviel zu den Fakten.
Nun aber lassen wir Sie sehr gerne weiter an unseren persönlichen Erlebnissen, Eindrücken und Erfahrungen teilhaben:
Am Anfang des Rundganges erhält jeder Besucher einen Audioguide in gewünschter Sprache ausgeliehen (ist im Eintrittspreis enthalten) mit Hilfe dessen man die einzelnen Räume näher erklärt bekommt. Jeder Raum im Schloss erzählt eine eigene Geschichte und hat seinen individuellen Look. Dies bewerten wir als sehr abwechslungsreich. Ganz besonders sind uns der große Spiegelsaal, das Schlafzimmer des Königs und die lange Galerie mit den vielen und überdimensional großen Gemälden im Gedächtnis geblieben.

Im Folgenden haben wir Ihnen die Räume aufgeführt, die wir als besonders sehenswert empfunden haben und ergänzen dies durch interessante Informationen:

Schlafzimmer des Königs
Das Schlafzimmer des Königs ist ein pompöser Raum mit einem großen Himmelbett und prunkvollen Deckengemälden. Dies ist auch der Ort, an dem Ludwig XIV sich jeden Morgen von seinen Kammerdienern das Gesicht waschen ließ. „Petit lever (kleines Aufstehen) nannte man dieses Ritual. Die Ankleideprozedur, bei der dann seine ganze Entourage anwesend war, wurde dementsprechend „grand lever (großes Aufstehen) genannt.
Am Abend wiederholte sich ein ähnliches Ritual.
Ludwig XIV verstarb 1715 in genau diesem Zimmer.

Schlafgemach der Königin
Das Schlafgemach der Königin mit den vergoldeten Möbeln steht dem des Königs in Sachen Prunk nichts nach.
Übrigens brachten hier die jeweiligen Königinnen ihre Kinder zur Welt.

Salon de Venus
Dieser Raum wurde der Göttin Venus gewidmet. König Ludwig XIV nutzte ihn als Empfangssaal.
In der Nische zwischen den beiden hinteren Türen können Sie die Statue Louis XIV bewundern, welche Jean Warin im Jahre 1672 dem König vermachte.

Salon de la Guerre
Dieser Raum wurde 1679 errichtet. Er ist der römischen Kriegsgöttin gewidmet. Auf einem Stuckrelief können Sie eine Szene betrachten, in der Ludwig XIV auf einem Pferd über seine Feinde hinweg dem Sieg entgegen reitet.

Salon dApollon
Dieser Raum ist mit reichlich rotem Samt bespannt und wurde von Ludwig XIV als Thronsaal genutzt. Über einem Kamin können Sie eine Kopie des bekanntesten Porträts des Königs betrachten.

 

Spiegelsaal
Der Spiegelsaal ist – wie bereits oben schon erwähnt – der berühmteste Raum des Schlosses. In der über 70 Meter langen Galerie, die unter Ludwig XIV errichtet wurde, befinden sich 357 Spiegel. Und diese wurden nicht einfach mal eben so angebracht, vielmehr sollten sie einer bestimmten Funktion dienen. Denn dieser prachtvolle Saal, der nebenbei auch noch mit 250.000 Goldblättchen verkleidet ist, besitzt 17 bodentiefe Fenster, die sich zum Park hin öffnen. Die den Fenstern gegenüberliegenden Spiegel sollten quasi den Garten in den Saal „bringen. Zudem sollten sie den Reichtum des Königs wortwörtlich widerspiegeln, denn Spiegel waren zu Sonnenkönig Ludwigs Zeiten ein sehr kostenspieliges Luxusprodukt.

Tipp: Wer ca. eine Stunde vor Schließung nochmals den Rundweg durch das Schloss auf sich nimmt (jetzt ohne sich auf den Audioguide konzentrieren zu müssen), ist fast alleine und kann in aller Ruhe nochmal die prachtvollen Räumlichkeiten auf sich wirken lassen und nebenbei tolle Fotos schießen.

Aufgepasst: Wer durch die Schranke in den Schlossgarten geht ist endgültig draußen. Das Eintrittsticket berechtigt nicht einen erneuten Zugang ins Schlossinnere (auch nicht am selben Tag).

Adresse:

Place d'Armes
78000 Versailles
Frankreich

Preise:

Um den richtigen Eintrittspreis zu klären, muss man sich überlegen, was genau man besichtigen möchte:

Alles ? Palast, Garten, Trianons, Hameau  - 18,00 €
Dann empfiehlt sich der Tagespass. 
        -  25,00 € während der Grand Eaux Musicales und der Jardins Musicaux

Nur den Palast ?                                          - 15,00 €
Hier reicht das Palast-Ticket aus.              -  inklusive Audio Guide

Nur die Trianon-Schlösser und das Hameau ?  
Dann reicht das Ticket Trianons & Domäne Marie Antoinettes.   -  10,00 €

Nur den Schlossgarten
Dann ist ihr Besuch grundsätzlich kostenlos, mit Ausnahme spezieller Tage.

Eintritt in den Gärten
Grand Eaux Musicales ¹ und der Jardins Musicaux ² -     9,00 € ¹ / 8,00 € ²


 Der Eintritt ist frei für:
• Besucher <18 Jahre
• EU-Bürger <26 Jahre
• Schüler
• Amis de Versailles
• "Un an à Versailles"
• Menschen mit Behinderung

 Château de Versailles  Öffnungszeiten

Hochsaison 01.04. - 31.10.         Di - So                               9:00 - 18:30 *

Nebensaison 01.11. - 31.03.       Di - So                               9:00 - 17:30 *

geschlossen                                  Montags

an Feiertagen:                              1. Januar, Ostermontag, 1. Mai, Pfingstmontag, 15. August, 1. November,
                                                      25. Dezember und an offiziellen Veranstaltungen

 

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